Abriss einer Trennwand: Aus zwei Räumen wird einer

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Der Wunsch nach mehr Platz im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung kann oft zum Problem werden. Häufig bleibt da nur das Anbauen zusätzlicher Räume. Wenn es der Grundriss zulässt, kann man jedoch auf diese Maßnahme verzichten und aus einem schmalen Abstellraum oder einer ungenutzten Nische ein geräumiges Zimmer zaubern. Wie das funktioniert ist ganz einfach – alles was man dazu braucht sind gute Ideen, eine ausgereifte Planung, das richtige Werkzeug, die passenden Materialien und genügend Ausdauer. Wie das geht, zeigt sich hier:

Bauanleitung

Benötigtes Werkzeug:

  • Container für den Schutt
  • Schlagbohrmaschine
  • Vorschlaghammer
  • Spachtel
  • Schaufel und Besen
  • Elektrisches Rührwerk
  • Fliesenschneider
  • Evtl. Winkelschleifer
  • Schwämme
  • Wasserwaage
  • Laser-Wasserwaage
  • Abzieher
  • Hammer und Meißel
  • Schrubber
  • Handschuhe
  • Staubmasken
  • Schutzbrille

Benötigtes Material

  • Estrichmasse
  • Mörtel
  • Holz- und Styroporplatten
  • Fliesen
  • Fliesenkleber
  • Fliesenkreuze
  • Fugenmasse

1) Die Vorbereitung

Bevor Sie starten noch zwei wichtige Anmerkungen vorweg:

Erstens: Als Mieter braucht es unbedingt die schriftliche Genehmigung des Vermieters. Auch sollte geklärt sein, was passiert, wenn Sie ausziehen und die Wohnung zurückgeben wird. Diese Absicherung verhindert schließlich, dass der Vermieter nach Abschluss des Mietvertrags nicht den Rückbau fordern kann.

Zweitens: Gesetz des Falls eine Wand stürzt herab muss unbedingt ein Architekt oder ein Statiker zu Rate gezogen werden. Sie sagen, was zu beachten ist und welche Schritte folgen müssen. Auch sind alte Baupläne eine Hilfe, um die neuen Ideen maßstabgerecht aufzuzeichnen. Darüber hinaus sollte man prüfen, aus welchem Material die Trennwand besteht. Ist sie massiv oder aus Porenbeton? Oder doch nur als Ständerwerk gebaut? Befinden sich in der Wand Träger aus Holz oder Metall? Ist die Wand tragend? Ein Statiker kann solche Fragen schnell beantworten und weiß auch, wann ein Unterzug oder eine Stütze eingebaut werden müssen.

2) Raus mit dem Alten

Nachdem alle notwendigen Informationen gesammelt wurden und die Vorbereitung abgeschlossen ist, kann losgelegt werden. Anfallender Bauschutt wird am besten fachgerecht in einem großen Container entsorgt. Um das benötigte Volumen des Schutts zu schätzen gibt es einen kleinen, aber wirkungsvollen Trick: Nehmen Sie die Maße der Wand (Breite x Höhe x Tiefe der Wand) als Richtwert für das Volumenminimum. Jedoch sollte immer bedacht werden, dass auch noch anderer Materialabfall anfällt, wie zum Beispiel alte Fliesen oder alter Estrich. Um die fachgerechte Entsorgung kümmert sich in Regel der Containerdienst. Wichtig ist, sich immer Angebote von mehreren Unternehmen machen zu lassen, um Kosten vergleichen zu können.

3) Fachmännisches für den Fachmann/Fachfrau

Sehr wichtige Facharbeiten wie Strom, Wasser und Heizung müssen von Fachleuten übernommen werden. Auch ist darauf zu achten, dass bei Stromleitungen und Steckdosen in der Wand der Elektriker geholt werden muss. Der Klempner kommt bei Heizkörpern, Heizrohren oder Wasseranschlüssen in Frage. Sind Steckdosen und Lichtschalter erst einmal demontiert, kann die störende Wand mit aller Kraft eingerissen werden.

4) Auf Sauberkeit achten

Wenn der alte Boden weiter genutzt werden soll, bietet es sich an, ihn vor der eigentlichen Abrissarbeit mit Holz- oder Styroporplatten zu bedecken. Um Elektrogeräte vor Staub zu schützen, können Sie entweder eine Antistaub-Wand aus Latten und transparenter Malerfolie bauen oder alternativ die Geräte mit Folie bedecken. Bei der Abrissarbeit wird zuerst die Wand mit Schlagbohrmaschine und langem Bohrer systematisch perforiert und danach mit einem Vorschlaghammer eingeschlagen.

5) Hammer

Beim Zertrümmern der Wand unbedingt vorsichtig arbeiten, denn es könnten sich zwischen den Schichten Überraschungen verbergen. Sobald die Materialien von Wand und Fliesenboden beseitigt und die Bodenfläche gesäubert sind, wird damit begonnen, den Streifen zwischen den alten Estrichflächen mit einem Styroporsreifen auszukleiden und mit Estrich zu füllen. Daraufhin werden die Wand- und Deckenstreifen der alten Trennwand gesäubert und, wenn nötig, mit Mörtel geglättet.

6) Das Gießen des Estrichs

Bevor mit der weiteren Arbeit begonnen werden kann, sollten die Handwerker, wenn gebraucht, für neue Anschlüsse von Wasser, Strom und/oder Heizung sorgen. Wenn das erledigt ist, kann in einem Eimer die Estrichmasse angerührt werden. Diese Ausgleichmasse sorgt dann dafür, die Höhenunterschiede der alten Estrichplatten der beiden zusammengelegten Räume auszugleichen. Somit entsteht ein neuer, ebenmäßiger Estrich für die Bodenplatten. Die Bodenfliesen können daraufhin verlegt werden, wenn die notwendige Abbindezeit verstrichen ist.
Im nächsten Schritt kann der Fliesenkleber angerührt werden. Elektrisches Rührwerk ist bei diesem Schritt wesentlich arbeitserleichternd. Auch ist wichtig zu beachten, dass man die Menge des angerührten Klebers im Verhältnis zur Offenzeit (die Zeit bis zum Abbinden) nimmt; dann kann alles in Ruhe und Sorgfalt verarbeitet werden.

7) Fliesen legen

Als ersten Schritt werden die neuen Bodenfliesen der Reihe nach versetzt verklebt. Dabei erleichtern Abstandhalter aus Kunststoff es, die Plattenabstände gleichmäßig groß zu halten. An Rändern werden die Bodenplatten entsprechend angeglichen. Dazu eignet sich ein großer Fliesenschneider; sehr harte Fliesen können mit einem Winkelschleifer bezwungen/ geschnitten werden. Danach verschließt man die Abstände zwischen den Platten mit Fugenmasse. Nachdem die Fugenmasse getrocknet ist, werden die Fliesenstreifen zu fünf bis sieben Zentimeter hohen Sockeln verklebt und daraufhin mit Fliesenkleber an der Wand befestigt. Abstandhalter, z.B. Fliesenkreuze, helfen dabei, diese in der richtigen Höhe anzubringen. Wenn der Fliesenkleber ausgehärtet ist, kann damit begonnen werden, die Fugen zwischen den Sockelstreifen und zum Boden mit Fugenmasse zu verschließen. Ein Fliesensockel in Arbeitshöhe ist außerdem ein ausgezeichneter Schutz vor Verschmutzung der Küchenwände. Ebenso kann ein solcher Sockel sowohl elegant aussehen, als auch als Gestaltungselement dienen.

Nachdem Steckdosen, Licht und Heizkörper von Fachleuten montiert sind, kann man die Küchenmöbel selbst einbauen. Dann nur noch die Arbeitsplatten anbringen und den Kühlschrank platzieren und dem neugewonnenem Küchenglück steht nichts mehr im Wege.

Bildquelle: flickr.com © brokenview (CC BY-NC-SA 2.0)

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