Haustyp: Sonnenhaus

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Ein Sonnenhaus ist ein Haus welches sich entweder ganz oder zum größten Teil mit Hilfe von Sonnenenergie selber mit Strom versorgt und zudem eine überdurchschnittliche Wärmedämmung aufweist. Mehr als 50 % des Warmwasser- und Heizungsbedarfs müssen durch Sonnenenergie erreicht werden und es wird nur der Rest mit regenerativer Energie, wie zum Beispiel Holz, hinzugeführt.

Das Sonnenhaus-Institut möchte mit seinen Häusern einen Anreiz schaffen, alle Häuser mit Solaranlagen auszubauen und diese Entwicklung möglichst vorantreiben. Den Mietern eines solchen Hauses können das ganze Jahr über stabile Warmmieten angeboten werden und eine unüberschaubare Nebenkostenabrechnung bleibt Ihnen somit erspart.

Anforderungen an ein Sonnenhaus

Um die höchstmögliche Wärmeabdeckung für ein Sonnenhaus zu gewährleisten, wird mit großflächigen Solaranlagen gebaut und es werden hoch dimensionierte Puffer mit mehreren Kubikmetern zur Überbrückung in einer Schlechtwetterphase eingebaut. Lediglich in den Monaten November bis höchstens März soll mit Holz zusätzlich geheizt werden. In der Regel werden Flächenheizungen, wie zum Beispiel Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen mit einer niedrigen Vorlauftemperatur gewählt, die keine zentrale Lüftungsanlage benötigen.

1989 wurde das erste komplett mit Sonnenenergie beheizte Wohnhaus in Europa, genauer in der Schweiz, gebaut. Ebenfalls wurde 2007 das erste Mehrfamilien – Sonnenhaus in der Schweiz von Josef Jenni gebaut. Seit Anfang 2012 wird in Schleswig-Holstein das bisher größte Mehrfamilienhaus, mit 18 Mietparteien mit einem Jahreswärmebedarf von 75 % durch Solarenergie, unter der Basis-Anleitung des Sonnenhaus-Instituts erstellt. Beim Sonnenhaus speichert ein enorm großer Wassertank die unschätzbare Sonnenkraft als solare Wärme und gibt sie direkt an den Verbraucher ab.

Das Sonnenhaus-Institut e. V.

Der Verein Sonnenhaus-Institut e. V. ist ein Institut zur Verbreitung und technischer Weiterentwicklung von weitgehend solarbeheizten Gebäuden, dem sogenannten Sonnenhaus. Immer mehr Vermieter setzen darauf, den Wohnraum mit Sonnenenergie zu heizen und bieten ein Haus mit Solaranlagen an. Die laufenden Energiekosten werden dadurch so gering wie möglich gehalten. Über 10 % der im vergangenen Jahr gebauten Häuser mit Solarenergie, also Sonnenhäuser, sind Häuser mit drei oder mehr Wohneinheiten. Das Sonnenhaus-Institut, ein Kompetenz-Netzwerk, sucht ständig neue Mitglieder aus der Bau- und Solarbranche mit den Schwerpunkten Architektur und Energieberatung, aber auch Solaraktivisten sind herzlich willkommen. Für das Basiswissen gibt es einen Login-Bereich und unter:

http://www.sonnenhaus-institut.de finden Sie alles Wissenswerte über das Sonnenhaus und das Institut.

Baukonzept eines Sonnenhauses

Etwa ein Drittel der Energieträger wie, Erdöl, Kohle oder Erdgas werden zur Wärmedeckung benötigt. Der größte Teil davon für Warmwasser und Raumheizungen. Da aber abzusehen ist, dass die Energieträger einmal zur Neige gehen werden, setzt man im Sonnenhaus nun auf Solarenergie. Dafür ist schnelles Handeln angesagt. Nicht nur im Bauen sollten Sie deshalb neue Standards setzen sondern auch der Energieverbrauch sollte drastisch gesenkt werden. Durch eine große Solaranlage in einem Sonnenhaus können Sie den Wärmeverbrauch um ein Drittel bis ein Viertel reduzieren. Das Zuheizen durch einen nachwachsenden Rohstoff, wie zum Beispiel Holz, gewährt Ihnen gleichbleibende Wärme auch über die kalten Monate.

Ein steil nach Süden ausgerichtetes Solardach und ein in den Wohnbereich integrierter großer Wassertank zeichnen das Sonnenhaus aus. Dadurch ist eine weitgehend unabhängige Energiegewinnung garantiert. Jährlich werden 200 bis 300 Kilowattstunden Strom zusätzlich für die Pumpen benötigt.

Beim Bau eines Hauses zu überdenken

Fenster und Wintergärten sind nicht nur Wärme- und Lichtspender sondern auch eine enorme Wärmeverlustquelle, wenn die Sonne mal nicht scheint. Ein neues Konzept mit thermischen Fenstern und ein realistisches Maß an Dimensionierung sind beim Sonnenhaus gefragt. Um eine Überhitzung zu vermeiden, sollte ein Sonnenschutz oder Rolladen vorhanden sein, die bei hoher Sonneneinstrahlung aktiviert werden können. Auch an kalten Tagen kommt ein Sonnenhaus, dank der enormen Puffer, über mehrere Tage oder sogar Wochen mit der gespeicherten Solarwärme aus. Der Einbau einer Lüftungsanlage ist im Sonnenhaus nicht notwendig, das Lüften über die Fenster reicht vollkommen aus.

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