Immobilienfonds: Lage 2013

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Immobilien – ob Haus oder Wohnung – in guter Lage versprechen langfristigen Gewinn. In Form von Immobilienfonds wird dieses Wachstum auch für Anleger greifbar, die nicht über die aufwändigen Mittel zum Immobilienkauf verfügen. Das ist auch 2013 noch so.

Allerdings gibt es auch Grund zum Klagen im ansonsten lukrativen Land der offenen Immo-Fonds. Grund dafür ist die Diskussion um die Verkaufsmöglichkeiten seitens der Anleger, da der Worst-Case aus dem Jahre 2008 immer noch in greifbarer Erinnerung ist.

Rückblick: unkontrollierte Massenflucht als Auslöser

Offene Fonds bieten zwar nicht ganz so hohe durchschnittliche Renditen wie geschlossene, sind dafür aber flexibler, was Ein- und Auszahlungen angeht. Gerade deswegen sind sie auch bei kleineren Anlegern sehr beliebt; offene Fonds bieten nämlich außerdem den Einstieg mit recht niedrigen Beträgen an. Auch das ist bei geschlossenen Fonds anders. Der Vorteil der offenen Produkte kann für den Emittenten allerdings schnell zum Nachteil werden, etwa bei plötzlich auftretenden Krisensituationen. Siehe 2008:

Die Immobilienkrise veranlasste zahllose Anleger dazu, binnen kürzester Zeit ihre Anteile zu verkaufen – in solchen Ausmaßen, dass die Fonds-Gesellschaften die gewaltigen Auszahlungsbeträge kaum stemmen konnten. Ein weiteres Problemfeld in einer ohnehin schon schwierigen Zeit war also eröffnet.

Streitpunkt Freibetrag

Was dann geschah, ist bekannt: Die Fondsgesellschaften erreichten schnell den Punkt, an dem sie die Auszahlung schlicht verweigern mussten, obwohl sie den Kunden vertraglich eigentlich zustand. Ein Konflikt um Milliardenbeträge also – in dessen Folge viele Fonds endgültig geschlossen werden mussten. Um ein solches Szenario künftig zu vermeiden, wird in Berlin momentan ein neuer Entwurf diskutiert. Dieser ist im Prinzip nur eine Verschlankung des bisher existierenden Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetzes, und zwar zu Ungunsten der Anleger. Die bis dato existierenden vorgeschriebenen Haltedauern und Fristen konnten nämlich in vielen Fällen durch den Freibetrag von 30.000 Euro umgangen werden.

Das klingt nicht nach viel, ist jedoch eine Menge, da bei offenen Fonds pro Anleger meistens eher kleine Summen investiert werden – weniger als 30.000 Euro.

Insgesamt gute Perspektiven

Aus Sicht der Fondsmanager soll der Entfall des Freibetrages fortan für mehr Stabilität sorgen. Auf dem deutschen Markt sieht es derzeit aber ohnehin nicht allzu schlecht aus. Mehr als die Hälfte aller offenen Fonds läuft reibungslos und bilden mit über 60 Milliarden Euro ein Gros des Gesamtvolumens ab. Durch die neuen Haltefristen soll die Liquidität der Fondsgesellschaften gesichert werden; plötzliche Engpässe sind jedenfalls deutlich unwahrscheinlicher als zuvor. Dennoch sind die Schatten der Vergangenheit noch präsent: Zwölf große Namen befinden sich immer noch in Abwicklung, darunter prominente Namen wie Axa Immoselect und CS Euroreal.

Rendite und Sicherheit

Gegen Ende des ersten Quartals 2013 konnten die offenen Immobilienfonds wieder ein leichtes Plus verzeichnen. Die Stimmung der Anleger bestätigt diese Tendenz. Offene Immobilienfonds scheinen gerade heute noch beliebter zu sein als etwa vor fünf Jahren; zumindest in Deutschland, da viele Regionen weiterhin mit starkem Wachstum rechnen. Das wiederum wirkt sich natürlich direkt auf den Kapitalmarkt und dessen Produkte aus. Die Balance aus Rendite und Sicherheit wird deswegen von vielen privaten Investoren als beinahe ideal empfunden; auch die Aussicht auf womöglich überproportionale Wachstumsphase tut dieser Stimmung sicherlich keinen Abbruch.

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