Magnetisch, praktisch, gut: Die neue Art, Möbel zu bauen

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Magnete faszinieren den Menschen schon seit tausenden von Jahren. Es hat lange gedauert, bis man herausfand, dass die Erde ein einziger großer Magnet ist und der Kompass deshalb immer nach Norden zeigt. Dass bestimmte Metalle von Magneten ohne eine sichtbare Energiequelle angezogen werden und sich Magnete bei der Annäherung gleicher Pole wieder abstoßen, wirkt aber auch nach dieser Entdeckung wie ein Wunder.

Heute haben wir uns diese kleinen Wunderwerke der Natur, die Magnete, zunutze gemacht. Man findet sie in Magnetresonanztomografen und in Hightechmikroskopen, aber auch in Autos, Computern oder Lautsprechern. Im Alltag verwenden wir Bankkarten mit Magnetstreifen, tragen Magnetschmuck und befestigen Nachrichten mit Magneten am Kühlschrank.

Magnete beim Möbelbau

Noch recht wenig kommen Magnete bisher beim Möbelbau zum Einsatz. Doch es gibt einen holländischen Designer sowie ein Team aus Augsburg, die daran arbeiten, das zu ändern. Tisch, Stuhl und Kommode von Benjamin Vermeulen sind dank integrierter Magnete in Minutenschnelle aufgebaut. Werkzeug benötigen Sie dazu nicht. Und auch kein großes Transportfahrzeug, denn die Einzelteile lassen sich extrem klein zusammenlegen. Nehmen Sie also Ihren Tisch und Stuhl einfach zur nächsten größeren Familienfeier mit, damit niemand auf dem Boden sitzen muss.

Die Augsburger um Thomas Poddey haben sich noch mehr einfallen lassen. Sie wollen flexible Möbel auf den Markt bringen, die man nach Lust und Laune umgestalten kann. Dazu hat das junge Unternehmen Puzzles Living ein Regalsystem entwickelt, bei dem sich mit Hilfe von Magnetkraft die Regalbretter auf verschiedenen Höhen anbringen lassen. „Und das soll halten?“, fragen Sie jetzt vielleicht. Bis zu 50 Kilo verspricht Puzzles Living.

Das verwundert aber auch nicht, wenn man in diesem Video sieht, welche enormen Kräfte sich zwischen zwei Magneten aufbauen. Die würfelförmigen Elemente des Regals Alea i acta können aber unkompliziert auch schnell ganz herausgenommen werden. Dann dienen sie als Hocker, als Erhöhung für den Bildschirm oder was auch immer Ihnen sonst noch dafür einfällt. Auch das Wandboard Matrix lässt sich jeden Tag aufs Neue umgestalten, je nachdem ob Sie gerade eine Ablage für den Schlüssel benötigen oder Ihre Mütze aufhängen wollen.

Werden Sie selbst kreativ und entwerfen Sie Möbel mit Magneten

Angeregt von solchen Vorbildern fallen Ihnen nun vielleicht selber viele Ideen ein, wie Sie dank Magnetkraft einzigartige Möbel kreieren können. Der Vorteil liegt nicht nur darin, dass Sie keine Werkzeuge zum Auf- und Abbau benötigen werden. Bei häufiger Beanspruchung werden dennoch keine Scharniere ausleiern und Bohrlöcher einreißen. Entwickeln Sie daher ruhig auch passgenaue Präsentationssysteme für Ihre Besuche von Messen und Märkten.

Auf der anderen Seite können Sie zum Beispiel eigens konstruierte oder gekaufte bewegliche Möbel mit Magneten verschließen. Türen und Schubladen eines Rollelements oder eines Schränkchens für den Wohnwagen klaffen dann nicht auf, wenn sie bewegt werden. Dennoch lassen sie sich von Ihnen leicht öffnen. Bringen Sie einfach an der Innenseite eine kleine Metallplatte und einen feinen Scheibenmagnet an.

Bei Ihren eigenen Kreationen sind Ihnen kaum Grenzen gesetzt. Entwerfen Sie einen zweiteiligen Couchtisch mit einem größeren und einem kleineren Element, welches gewöhnlich als Beistelltischchen fungiert. Bei größerem Platzbedarf auf dem Tisch, zum Beispiel für ein Brettspiel, schieben Sie beide Teile zusammen. Durch in die Oberflächen eingelassene Stabmagnete schließt die Kante fest ab und es können keine Spielfiguren dazwischen fallen.

Die fertig gezimmerten Möbel können Sie noch um weitere magnetische Details erweitern. Streichen Sie größere Flächen zum Beispiel an den Seiten des Regals oder an der Front eines Schranks in mehreren Schichten mit Magnetfarbe. Hiernach können Sie an diesen Elementen Fotos, Poster etc. mit kleinen Neodymmagneten fixieren. Oder Sie bekleben leichte Büroartikel wie Marker und Tesafilm mit Magnetband. Dann können Sie diese übersichtlich an den Außenseiten der zuvor bemalten Möbel anordnen.

Lassen Sie zusätzlich oder stattdessen weitere Magnete ein oder verwenden Sie Metallplatten, können Sie die Funktionalität durch den Einsatz von Hakenmagneten weitererhöhen. Eine Küchenkommode bekommt dann Aufhängungen für Küchentücher, Töpfe oder Pfannen. Dennoch halten Sie sich die Option offen, diese Haken einfach wieder abzunehmen, wenn sie nachdem Umräumen irgendwann stören sollten oder um besser sauber machen zu können.

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