Von der Wahl des richtigen Fensters

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Augen sind das Fenster der Seele, sagt der Volksmund. Kein Wunder, dass die Fenster eines Hauses auch als Spiegelbild für den Charakter und die Seele eines Hauses angesehen werden.

Wie beim Menschen die Augen, sind die Fenster neben dem architektonischen Baustil das erste, was an einem Haus in den Blickwinkel des Betrachters rückt. Und dieser erste Blick kann entscheidend sein, ob das Haus dem Betrachter gefällt oder nicht.

Bei der Bauplanung sollte deshalb im wahrsten Sinne des Wortes ein besonderes Augenmerk auf die Wahl der Fenster gelegt werden. Hierbei sind folgende Punkte in die Überlegungen miteinzubeziehen:

  • Design und Material
  • Bauökologische und energiesparende Aspekte

Wie soll’s denn aussehen?

Ob ein Fenster uns anspricht oder nicht, ist wohl von Person zu Person unterschiedlich, schließlich hat jeder einen anderen Geschmack. Ein Fenster sollte aber auf jeden Fall zum Baustil des Hauses passen. So wirken Fenster aus Aluminium an einem Holzbohlenhaus ebenso fehl am Platze wie Butzenfenster in einem Haus futuristischen Stils.

Die Farbe des Fensterrahmens schmiegt sich idealerweise auch an den Stil des Hauses an. Das heisst jedoch nicht unbedingt, dass ein weißes Haus auch weiße Fenster haben muss. Vielmehr kann man hier je nach Gestaltungstyp auch mit den Farben spielen und Kontraste schaffen. Bei der Farbwahl sind keine Grenzen gesetzt, Fenster sind in allen Wunschfarben zu haben und selbst ausgefallene Wünsche können problemlos erfüllt werden.

Kunststoff – günstig, aber…

Bei der Wahl des Materials stehen vor allem die Werkstoffe Holz, Kunststoff und Aluminium im Vordergrund. Kunststofffenster werden häufig eingesetzt, denn sie sind in der Herstellung günstig und zudem wartungsarm, da sie nicht gestrichen werden müssen. Sie dämmen auch sehr gut, vorausgesetzt, man greift zu modernen Fenstern mit einer sogenannten 5-Kammer-Technik. Selbstverständlich nutzt der beste Wärmedämmwert nichts, achtet man nicht gleichzeitig auf die Auswahl der Verglasung (Einfach-, Zweifach- oder Dreifachverglasung).

Kunststoff-Fenster leiden jedoch unter der direkten Sonnenbestrahlung. Der Kunststoff wird irgendwann rau und offenporig, weil der im Kunststoff vorhandene Weichmacher durch die UV-Bestrahlung der Sonne zerstört wird. In den Poren können sich nun Staubpartikel anlagern, wodurch die Fenster mit der Zeit ergrauen.

Umwelttechnisch gesehen, können Kunststofffenster – haben sie einmal ausgedient – zwar mittlerweile vollständig recycelt werden, verbrauchen allerdings allein schon in der Fertigung etwa sechsmal soviel Energie wie Holzfenster.

Holzfenster: ökologisch wertvoll

Holz ist seit jeher ein Baustoff, dem der Mensch zugetan ist. Es strahlt Wärme und Wohlbefinden aus und ist sehr gut bearbeitbar. Holz weist als schlechter Wärmeleiter sehr gute Wärmedämm-Eigenschaften mit einem Uf-Wert von ca. 1,4 in W/(m²K). Darüber hinaus nimmt Holz auf natürliche Weise überschüssige Raumfeuchte auf und gibt diese bei zu trockener Raumluft auch wieder ab. Das Raumklima ist somit automatisch immer optimal und wird als angenehm und natürlich empfunden.

Auch die Natur freut sich über Holzfenster, weist dieser Werkstoff doch eine einwandfreie Ökobilanz respektive CO2-Bilanz auf, zumindest, wenn auf heimische Hölzer zurückgegriffen wird. Tropenhölzer verschlechtern ihren ökologischen Fußabdruck vor allem durch den langen Transportweg.

Wer also auf Natürlichkeit setzt und nicht unbedingt industrielle Massenware verbauen möchte, sollte sich überlegen, ob individuell gefertigte Holzfenster zur Gestaltung in Frage kommen.

Neben der Form- kann auch die Farbgebung bei Holzfenstern ganz persönlich zugeschnitten werden. So können sie lasiert oder lackiert werden. Bei einer Lasur steht der Erhalt des natürlichen Anblickes und Charakters im Vordergrund, mit einer Lackschicht in beliebiger Farbe ist das Holzfenster nahezu grenzenlos an den Stil des Hauses anpassbar. Beide Konservierungsarten (Lasur oder Lackierung) schützen das Holz vor Umwelteinflüssen und machen es lange haltbar. Vorraussetzung ist jedoch ein relativ kurzer Wartungsintervall von 5 bis 10 Jahren, in denen die Fenster neu gestrichen werden müssen.

Edles Aluminium

Aluminium gilt als sehr leichtes und langlebiges Material. Fenster aus diesem Material überzeugen mit absolut wartungsfreien und witterungsbeständigen Eigenschaften sowie topmodernem, edlem Anblick. Sie weisen allerdings schlechte Dämmeigenschaften auf und sind in der Anschaffung teurer.

Die Ökobilanz von Aluminium ist indes die schlechteste in unserem Vergleich. Aluminium verbraucht zu seiner Herstellung eine Menge Energie und es wird im die Zerstörung des Regenwaldes angelastet. Zwar können Aluminiumfenster auch komplett recycelt werden, doch auch dieser Vorgang gilt als energieraubend.

Das Beste von allen

Um die positiven Eigenschaften der verschiedenen Materialien zu vereinen, werden auf dem Markt sogenannte Kombifenster angeboten. Hervorzuheben sind hier vor allem Holz-Alu-Fenster, die zur Aussenseite aus schützendem und wetterfesten Aluminium gebaut sind, zur Innenseite jedoch die behagliche Gemütlichkeit des Holzes ausstrahlen. Aber auch alle anderen Kombinationen (Holz-Kunststoff, Alu-Kunststoff) sind möglich.

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