Wohnen in der Großstadt wird zum Luxusgut

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Die Preise für Immobilien und Mietwohnungen sind in Deutschland kräftig gestiegen. Auch wenn derzeit noch keine Gefahr für eine Immobilienblase besteht, wird das Angebot an bezahlbaren Wohnungen gerade für Personen mit geringem Einkommen immer knapper.

Probleme für Geringverdiener

Nach einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) steigen besonders in Ballungsräumen die Preise für Immobilien immer stärker an. Da sich zeitgleich auch die Mieten immer mehr verteuern, wird es für Geringverdiener zunehmend schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Insbesondere Rentner und Hartz-IV-Empfänger können sich die teuren Mieten kaum noch leisten. Da die staatlich Grundsicherung nur unwesentlich steigt und auch die Höchstsätze für Mieten nur selten angepasst werden besteht laut den IW-Forschern die Gefahr, dass Bedürftige die Mietkosten nicht mehr alleine tragen können. Sie fordern deshalb eine Anhebung der staatlichen Förderung, falls die Mieten in Ballungsräumen weiterhin so rasant ansteigen. Andernfalls so die Befürchtung könne es zu sozialen Spannungen kommen.

Rückgang bei Sozialwohnungen

Das es immer schwieriger wird bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten zu finden wird auch durch die Entwicklung bei den Sozialwohnungen belegt. Deren Zahl ging in den vergangenen Jahren um rund ein Drittel zurück. Gab es 2002 in Deutschland noch rund 2,47 Millionen Sozialwohnungen, so waren es Ende 2010 nur noch rund 1,66 Millionen. Immer mehr Politiker fordern deshalb eine Neuauflage des sozialen Wohnungsbaus. Auch der Mieterbund geht von einem zusätzlichen Bedarf von etwa 800.000 Sozialwohnungen bis zum Jahr 2017 aus. Ein zusätzlicher Bau von Sozialwohnungen wird von den Experten des Instituts der Deutschen Wirtschaft jedoch kritisch gesehen. Aufgrund der geringen Treffsicherheit würde dies auf Dauer nicht zu einer Lösung des Problems führen.

Preissteigerungen von bis zu 40 Prozent

Die Preise für Eigentumswohnungen stiegen zwischen 2003 und 2011 bundesweit um 10,5 Prozent. Ein deutlich stärkerer Anstieg war jedoch in den fünf Großstädten Hamburg. München, Frankfurt, Köln und Berlin zu verzeichnen. Diese wurden in der Studie näher untersucht. Danach stiegen die Preise beispielsweise in Hamburg um 31 und in Berlin sogar um 39 Prozent. Etwas geringer war der Preisanstieg mit 23 Prozent in München und in Köln fiel der Anstieg mit 9 Prozent am geringsten aus. Mit einem durchschnittlichen Preis von 4.200 Euro pro Quadratmeter sind Eigentumswohnungen in München derzeit am teuersten. Von den fünf Großstädten sind Eigentumswohnungen mit einem Preis von 2.100 Euro pro Quadratmeter in Köln noch am günstigsten.

Eine Immobilienblase droht nicht

Die Experten des IW gingen in ihrer Studie auch der Frage nach ob hierzulande eine Immobilienblase, wie beispielsweise in den USA oder Spanien zu erwarten ist. Diese ist nach Ansicht der Forscher jedoch nicht zu erwarten. Der Immobilienmarkt in Deutschland sei nach wie vor gesund und die steigenden Preise sind vor allem das Ergebnis einer hohen Nachfrage. Aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise seien immer mehr Anleger auf der Suche nach Immobilien. Da die Mieten und Einkommen ebenfalls steigen, seihen die hohen Wohnungspreise eher ein Ausdruck der Attraktivität von deutschen Großstädten. Zudem gäbe es derzeit keine Anzeichen für eine größere Anzahl von spekulativen Käufen und auch die Banken neigen nicht zu einer expansiven Kreditvergabe. Lediglich in der deutschen Hauptstadt sei der Markt etwas überhitzt, was jedoch noch keinen Anlass zur Besorgnis gibt. Im Vergleich mit anderen europäischen Großstädten wie Madrid, London oder Paris sind Wohnungen selbst in der teuersten Stadt München noch verhältnismäßig günstig. Die steigenden Miet- und Immobilienpreise sind nach Aussage von Experten auch eine Art nachgeholter Inflationsausgleich, da diese im Vergleich zur allgemeinen Preissteigerung über einen langen Zeitraum nur unterdurchschnittlich gestiegen seien.

Gute Zeiten für Makler

Die gestiegenen Preise bei Immobilien und Mieten lassen auch die Umsätze bei den Maklern ansteigen. Vor allem in den Ballungsräumen finden Wohnungen in guter Lage einen reißenden Absatz. Da es für auch Mieter immer schwieriger wird ohne Makler eine passende Wohnung zu finden können diese sich über mangelnde Arbeit derzeit nicht beklagen. Kunden sollten dabei immer genau darauf achten ob die Höhe der Maklercourtage auch korrekt berechnet wurde. Wie in jeder Branche gibt es auch hier schwarze Schafe, welche die Not von Wohnungssuchenden ausnutzen.

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