Keller oder Bodenplatte: Vor- und Nachteile

photodune-4339473-house-foundation1-s.jpg

Ob ein Haus mit einem vollständigen Keller oder nur mit einer Bodenplatte ausgerüstet werden soll, sollte der Bauherr schon in einem sehr frühen Planungsstadium entscheiden. Denn ein Keller wird einen großen Einfluss auf die Flächen und Grundrissgestaltung über dem Kellergeschoss haben. Zudem ist eine nachträgliche Unterkellerung praktisch nicht machbar, unsinnig und unwirtschaftlich. Schließlich besteht in den meisten Fällen die Möglichkeit, die komplette Haustechnik in den Keller zu verlegen. Eine Bodenplatte kann jedoch unter Umständen zu einer Kostenersparnis führen.

In den folgenden Abschnitten soll kurz erläutert werden, ob es Sinn macht, sich gegen einen Keller und für eine Bodenplatte zu entscheiden.

Vorteile einer Bodenplatte

Der wohl größte Vorteil einer Bodenplatte ist, dass die Baukosten erheblich gesenkt werden können. Die Einsparung der Baukosten hängt neben dem Untergrund vor allem von der Grundfläche des Hauses ab. Aus diesem Grund kann es besonders bei Gebäuden mit großzügigen Grundrissen und groß angelegte Grundflächen sehr sinnvoll sein, auf den Keller komplett zu verzichten. Denn für eine große Grundfläche sind natürlich jede Menge Baumaterial, Personal- und Zeitaufwand für den Aufbau der Außen- und Innenwände notwendig.

Die Kostenersparnis kann sich unter Umständen jedoch minimieren, wenn das Gebäude beziehungsweise die Bodenplatte nicht auf einem ebenen Gelände gebaut wird. Denn in diesem Fall ist bei der Erstellung der Bodenlatte eventuell mit einem Mehraufwand zu rechnen. Zu diesem Mehraufwand können zum Beispiel beträchtliche Auffüllungen oder spezielle Befestigungsmaßnahmen sein.

Kosten eines Kellers

Die genauen Mehrkosten für einen Keller können pauschal also wohl kaum kalkuliert werden. Ein Keller verursacht gegenüber einer Bodenplatte Mehrkosten in einem Bereich zwischen 180 und 400 Euro. Bei einem Haus mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern kostet ein Keller also zwischen 18.000 und 45.000 Euro. Die Mehrkosten hängen von verschiedenen Faktoren ab. So spielt es zum Beispiel eine Rolle, on der Keller im Grundwasser liegt, ob das Kellergeschoss voll im Erdreich liegt oder ob es sich um einen sogenannten Hochkeller handelt.

Der Bau eines Hochkeller ist beispielsweise mit geringeren Kosten verbunden. Bei einem Kellergeschoss im Grundwasser sind besondere Baumaßnahmen wie etwa abgedichtete Fenster notwendig. Die Mehrkosten eines Keller halten sich also in Grenzen. Bei ersten Kostenkalkulationen wird auch gerne vergessen, dass auch eine Bodenplatte sehr viel Geld kosten. Diese muss unter anderem mit Anschlüssen für das Wasser, mit einer Wärmedämmung sowie mit einem Schutz gegen die Feuchtigkeit aufwarten.

Keller oder Bodenplatte?

Eine Bodenplatte kann gegenüber einer Unterkellerung eigentlich nur im Kostenbereich Vorteile mit sich bringen. Die Vorteile einer Vollunterkellerung liegen auf der Hand. Durch ein Kellergeschoss wird für relativ geringe Mehrkosten sehr viel Fläche geschaffen. Bei einem Einfamilienhaus liegt dieser Flächenzuwachs bei rund 40 Prozent. Ein Teil dieser Fläche wird schon von der Haustechnik beansprucht, die bei modernen Gebäuden einen immer größeren Stellenwert bekommt. Zur Haustechnik zählen zum Beispiel die Heizungsanlage mit den Öltanks, Teile der Solaranlage oder kleine Blockkraftheizwerk für Einfamilienhäuser.

Darüber hinaus benötigen Haushaltsgeräte wie zum Beispiel Waschmaschinen oder Wäschetrockner ebenfalls Platz. Der Platz im Obergeschoss ist für diese Geräte doch eigentlich viel zu wertvoll. Im Falle einer Bodenplatte müssen alle diese Flächen im Erdgeschoss geschaffen und bereitgestellt werden. Dabei kann je nach Grundfläche bis zu 20 Prozent in Anspruch genommen werden.

Fazit

Bei extrem großen Grundflächen kann es auch sinnvoll sein, einen Keller mit einer Bodenplatte zu kombinieren. Man spricht in diesem Fall von einer sogenannten Teilunterkellerung. Das macht zum Beispiel Sinn, wenn Sie kaum Abstellflächen benötigen, aber die Haustechnik auf alle Fälle im Keller haben möchten. Die Bodenplatte wird dann partiell an den Stellen ausgeführt, wo es keine Unterkellerung gibt. Auch in diesem Fall ist die Bodenplatte wärmeisoliert und mit einem Feuchtigkeitsschutz versehen. Auf diese Weise ist gerade bei großen Grundflächen immer noch sehr viel Kosteneinsparpotenzial vorhanden.

Hat dir der Artikel gefallen?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *